von Dirk Ziems, Rochus Winkler und Thomas Ebenfeld, Managing Partner

concept m freut sich über die Auszeichnung als Institut mit der besten Methodenkompetenz bei der Imagestudie der Marktforschungsdienstleister 2020/2021. Diese Anerkennung, die uns von Betriebsmarktforschern und Kollegen aus anderen Instituten zugesprochen wurde, ist für uns ein Anlass, unsere Forschungs- und Beratungs-Methoden etwas eingehender darzustellen. Im Zentrum steht dabei die Morphologische Marktpsychologie.

Die Morphologische Marktpsychologie ist im Rahmen der tiefenpsychologischen Ansätze inzwischen international zu einem der führenden Methodenwerkzeuge avanciert.

Die Morphologische Marktpsychologie hat bereits in den 80er-Jahren umfassende Modelle entwickelt, die alle zentralen Themenbereiche der Marketingforschung in systematischer und ganzheitlicher Weise aufgreifen. Stellvertretend seien hier nur einige typische Anwendungsgebiete genannt:

  • Grundlegende Motiv-Insight-Forschung zu Produktfeldern und Themenwelten
  • Trend- und Kulturforschung wie bspw. zu den Generationen X, Y, Z oder Bestagern, zu aktuellen Trends wie Nachhaltigkeit und Purpose-Marketing oder den Auswirkungen der Corona-Pandemie
  • Interkulturelle Analysen für das internationale Marketing
  • Deep Dives in die relevanten psychologischen Mechanismen von Zielgruppentypen (Personas) oder Verwendungsmomenten
  • Grundlegende Psycho-Analyse von Markenpersönlichkeiten und Markenmythen sowie tiefenpsychologisch-fundierte Markenberatung und Markenpositionierung
  • Tiefenpsychologische Kommunikationsforschung in diversen Feldern (TV-Spots, Social Media Kampagnen, OOH, sowie auch Packaging)
  • Customer-Satisfaction- und Customer-Journey-Forschung, die die wirklich relevanten psychologischen Treiber und Pain-Points identifiziert.

Zu jedem dieser Arbeitsfelder hat die Morphologische Marktpsychologie eigene Forschungs- und Analysetools entwickelt, die über eine rein deskriptive qualitative Methodik hinausgehen. Es wird der Standardpraxis der qualitativen Fokusgruppen und Interviews zurecht häufig vorgeworfen, dass sie bei der Oberfläche der direkt sichtbaren Phänomene stehen bleiben. Einzelne Äußerungen der Testpersonen werden wörtlich genommen oder aufgrund des Bauchgefühls oder subjektiven Einschätzung übergewichtet bewertet. Der Anspruch der Morphologischen Marktpsychologie besteht dagegen darin, die Strukturen hinter den Phänomenen sichtbar zu machen – und das sind immer auch unbewusste Strukturen.

Der psychologische Blick entschlüsselt unbewusste Zusammenhänge

Zur Verdeutlichung ein Beispiel aus einem Interview mit einer jungen Autofahrerin: Im Gespräch äußert sich diese zunächst dahingehend, dass ihr Auto für sie nur den rein funktionalen Zweck erfüllt, sie von A nach B zu transportieren. Ihren gebrauchten Renault Twingo hätte sie allein aus Kostengründen gekauft, Design und Ausstattung wären ihr eigentlich egal. Wenn man an diesem Punkt den Interviewprozess stoppt, bleibt man bei dem oberflächlichen Klischee stehen, junge digitale Zielgruppen könnten mit Autobesitz nicht mehr viel anfangen. Das Auto sei für sie eine Commodity ohne emotionalen Wert.

In den morphologischen Tiefeninterviews betrachten wir die erste Version der Geschichtenebene immer nur als Einstieg in den Forschungsprozess. Wir rechnen in der zweiten Version mit Wendungen und Brechungen, die die eigentlich relevanten vorbewussten und unbewussten Treiber und Motivspannungen zum Ausdruck bringen. In der Tat dreht sich das Bild auch in dem besagten Interview: Dazu aufgefordert, ihren Twingo genauer zu beschreiben, kommen fürsorgliche Züge zum Vorschein. Das Auto hat ein „süßes Kindergesicht mit Kulleraugen“, die Beziehung zum Auto zeigt sich als emotional. Ihr Twingo erinnert sie an einen Teddy aus der Kindheit, den sie auch sehr geliebt hat. Über die Jahre ist sie auch mit dem Twingo eng verbunden, er ist wie ein Partner oder Kamerad, mit dem man durch Dick und Dünn zusammenhält.

Das komplexe Bindungsmuster, das sich in dem Interview zeigt, wird in der Kleinwagenwerbung in diversen Formen durchgespielt. Die morphologische Forschung kann die Kommunikationsentwicklung dabei unterstützen, die exakt passenden und auf unbewusster Ebene hoch attraktiven Bilder für die Beziehung zum Auto zu identifizieren.

Tiefenpsychologische Denkkategorien erweitern den Erkenntnishorizont

Wie in dem Interviewbeispiel gezeigt, versteht die Morphologische Marktpsychologie Forschung als offenen Prozess, der sich mit den Drehungen und Wendungen des Forschungsgegenstands mitbewegt. Was erst wie eine Commodity erscheint, ist auf einmal hoch emotional. Markenlogos verweisen auf tiefere symbolische Bedeutungen: der Stern von Mercedes – symbolischer Ausdruck für den Anspruch auf das Unerreichte.

Die folgenden Denkkategorien zeigen beispielhaft, worauf die Morphologie bei der Vertiefung der Forschungsexploration achtet:

  • Vermittlung von Motivspannungen: Produkte sind meist dann erfolgreich, wenn es ihnen gelingt, widersprüchliche Motivtreiber zu vermitteln. Klassisches Beispiel dafür sind Light-Produkte, die die gegenläufigen Anforderungen von Genuss und Gesundheit/ Verträglichkeit ausgleichen: Mit einem Sahne-Diät-Joghurt kann man beiden Tendenzen zugleich zurecht werden. Marken können in den Motivspannungsfeldern aber auch einseitig Position beziehen. Verschiedene Putzmittel-Marken positionieren sich beispielsweise im Spannungsfeld, sich einerseits heftig in die Putzgefechte zu verwickeln (starke, wirksame Erlebensqualitäten), sich andererseits aber Erleichterung und Entlastung vom Putzaufwand zu wünschen (magische, schnelle Erlebensqualitäten). Von da aus erschließt sich der Sinn der Positionierung der Putzmittelmarken: Der General positioniert relativ extrem auf dem Pol der Putzgefechte (als General die Bodenoffensive befehligen). Swirl positioniert dagegen auf dem Pol der Entlastung (verspricht mühelosen Glanz durch einfachen Sprühschaum).
  • Bedeutung von archaischen Mustern: Die Morphologie glaubt nicht an das rein vernünftige, immer zivilisierte und kultivierte Konsumentenverhalten. Wesentliche Treiber des Konsums sind immer auch archaische Motive. Rationalisierungen ist zu misstrauen! Eine Fahrzeugkategorie wie die SUVs boomt nicht nur deshalb, weil die Fahrer darin bequemer einsteigen können und eine bessere Übersicht haben. Bei den Fahrzeugen geht es auch um Selbstbehauptung, Überlegenheitsgefühle und Protzerei. Hinter Marken steht oft ein ausgeprägtes Stammesdenken (Tribalismus): In China schließen sich BMW-Fahrer und Mercedes-Fahrer in gegnerischen Fan-Clubs zusammen, die bei gemeinsamen Treffen ritualisierte Stammeswettbewerbe austragen.
  • Verdichtung in Symbolen und Mythen: Die kulturelle und die individuelle Psyche drücken sich in Stories und Bildern aus. Ohne die Teilhabe an dem Symbol- und Mythenschatz der Kultur bliebe das Leben des Einzelnen sinnentleert. Marken sind längst in die Funktion der kulturellen Geschichtenerzähler und kulturellen Ikonen aufgestiegen. Mit der Morphologie können wir den unbewussten Bedeutungsgehalt, der hinter Markensymbolen und Markenmythen steht, systematisch decodieren. Die Marke Red Bull lebt beispielsweise von dem spannenden Ikarus-Markenmythos. So wie Ikarus in den Himmel aufbricht, verleiht Red Bull Flügel. Mit Red Bull kann man sich mit dem Spirit eines aufregenden Grenzgängertums auftanken– als Begleitung für rauschhaften Techno und Rave oder bei Autobahn-Ermüdung an der Tankstelle. Dieser Spirit wird durch ein ausgefeiltes Eventmarketing, das Extremsportarten, Seifenkistenrennen und Breitensport umfasst, ständig lebendig gehalten. Die Kehrseite von “verleiht Flügel” ist die Absturzgefahr des Ikarus (auch bei Wodka RedBull). Ohne dieses spannungsreiche Wechselspiel von Höhenflug und Absturzgefahr hätte die Marke jedoch keinen Thrill.
  • Entscheidender Einfluss des kulturpsychologischen Rahmens: Das einzelne Produkt und die einzelne Marke ist für den Konsumenten ein Medium, um an den Trends der Kultur teilzuhaben. Auf der Basis jahrzehntelanger kulturpsychologischer Forschung – concept m hat alleine in den letzten zwölf Jahren rund 50 Initiativstudien dazu vorgelegt – kann die Morphologische Marktpsychologie sehr präzise Ableitungen dazu treffen, welche kulturpsychologischen Entwicklungen der Gesamtkultur durch einzelne Produkte und Marken gespiegelt werden. Ein Beispiel dazu: Im Rahmen der Maximierungskultur, der Ausrichtung der Gesellschaft und des Einzelnen auf immer mehr, immer besser, immer schneller und immer perfekter, stand die Smart Watch in innovativer Weise für die Kultur der Selbstoptimierung: sich dauernd tracken und die körperlichen Funktionsdaten checken sowie zu mehr körperlicher Aktivität und Fitness erziehen. In den sich nun durchsetzenden Zeiten der Besinnungskultur tut eine Umpositionierung der Smart Watch Not: Statt Antreiber zu immer größerer Leistungsfähigkeit zu sein (Über-Ich am Handgelenk), sollte das Device in Zukunft mehr fürsorgliche Funktionen übernehmen. Statt der Bewegungs-App, die ein Kontingent von 5000 Schritten täglich einfordert, wollen die Nutzer nun beispielsweise lieber eine Achtsamkeits-App, die sie zu mehr Ruhepausen mit Meditationsentspannung anleitet.

Die Morphologische Tool-Box – so wird Tiefenpsychologie für das Marketing besonders praktikabel und einsetzbar

Die Morphologische Marktpsychologie ist in der Forschung und Beratung nicht bei allgemeinen Denkkategorien stehen geblieben. Aus dem morphologischen Denken heraus sind sehr spezifische Analyse-Tools entwickelt worden, die es ermöglichen, sehr exakte, konkrete und anschauliche Antworten auf die Fragestellungen des Marketings zu erarbeiten. Weil eine detaillierte Darstellung der Morphologischen Tool-Box hier den Rahmen sprengen würde, möchten wir nur in aller Kürze auf einige essenzielle morphologische Basis-Tools hinweisen:

  • Mit dem Motiv-Hexagramm können wir das psychologische System hinter den Produkt- oder Themenfeld-spezifischen Einzelmotiven und Anforderungen der Konsumenten dechiffrieren. Besonderer Vorteil diese Tools ist es, dass die verschiedenen Motivspannungen in ihrem Kontext und in ihrer wechselseitigen Dynamik plastisch greifbar werden. Zudem beschreiben wir die Motivkomplexe in besonders alltagsnaher Sprache und gehen damit über pauschales Motiv-Labeling wie etwa in den neuropsychologischen Ansätzen hinaus.
  • Mit dem Brand-ZIA-Modell untersuchen und beraten wir zu Marken in einem ganzheitlichen psychologischen Sinn. „Z“ steht in diesem Modell für Zielgerichtetheit im umfassenden Sinne: Für welche Motive, Momente, Zielgruppen, Trends und Kulturbefindlichkeiten ist die Marke da? „I“ bezeichnet die Identität der Marke in den Dimensionen Heritage, Perspektive, Innovation, Leistung sowie ihre archetypische Persönlichkeit. „A“ steht für den Auftritt der Marke, ihre Bildwelt und ihre Konsumenteninteraktion.
  • Im Arbeitsfeld der Kommunikationsanalysen greift die Morphologische Marktpsychologie auf eine Vielzahl von sehr detailliert ausgearbeiteten Wirkungsmodellen zurück. Im Rahmen der Werbedialog-Analyse begreifen wir den Werbekontakt als Beeinflussungsgeschehen, dass sich nach dem Muster These- Antithese – Vermittlung entfaltet. Mit den Buzz!Types können wir Werbemittel auf Grundformen oder Archetypen der Kommunikations-Dramaturgie zurückführen. Zu verschiedenen Kommunikationskanälen Bewegtbild – Social Media ­– OOH usw. liegen eigene Wirkungsmodelle vor. Schließlich erfassen wir die Wirkung cross-medialer Kampagnen mit dem Modell des kumulativen Storytelling (every channel as a chapter).
  • Um der Herausforderung gerecht zu werden, den Change-Prozess für die sich laufend volatil wandelnden Märkte zu erfassen, haben wir das auf Social-Listening basierte Transformation Monitoring Auf Basis einer systematischen Erfassung und Analyse von tausenden oder sogar hunderttausenden von Posts können wir mit dem Transformation Monitoring in Echtzeit oder in der Rückschau den präzisen Einfluss von Mega-Trend-Themen auf einzelne Märkte und auch Marken nachzeichnen (z.B. Nachhaltigkeit – Fast Fashion – h&m). Wir verstehen dabei die zentralen Inflection-Points im Change-Prozess und die viralen Prozesse der Meinungs- Einstellungs-Beeinflussung.
  • Integration von Forschung und Beratung:Die Morphologische Marktpsychologie ist ein kreatives Instrument, denn aus ihren Analysen entspringen immer auch Hinweise auf neue Wege für die Optimierung der Marketingmaßnahmen. Als integriertes Institut, das die Bereiche Qualitativ, Quantitativ und Beratung in einen zielführenden Zusammenhang bringt, beraten wir die Unternehmen, wie sie die Forschungsergebnisse gewinnbringend implementieren können. Hierzu stellt concept m den Kunden ein interdisziplinäres Team erfahrener Berater zur Seite, das neben Marketingforschern auch Marketing-Praktiker und Kreative umfasst.

Der tiefenpsychologische Subtext der Branchen

Der Alltag und die tausende Produkt-Konsumformen, die den Alltag bevölkern, ist ein fast grenzenloses Ausdrucksfeld von allgemeinen seelischen Motivspannungen, von dem Gegensatz archaischer und kultivierter Tendenzen und von seelisch bedeutsamen Mythen und Symbolen. Auf Basis dieser Sichtweise hat die Morphologische Marketingforschung bereits seit den 80-er Jahren in dutzenden von Märkten (bspw. diverse Kategorien in den Feldern Food, Body Care, Banking, Versicherungen, Energie, Pharma, Telekommunikation, Automotive) spezifische Produktmotive, Produktsegmente, Produktzielgruppen, Kommunikationswelten und Customer Journey untersucht. Das über Jahrzehnte erarbeitete Grundlagenwissen zu den diversen Branchen bietet uns hoch spezifische Basis-Insights zu den Subtexten der diversen Branchen. Welche psychologische Bedeutung hat Natürlichkeit bei Säften? Welche Leitbilder bestimmen die Welt des Fashion-Retails? Welche Entwicklung haben die Motive und Anforderungen bei Herrenkosmetik genommen? Welche Barrieren bleiben bei Smart Home nach wie vor wirksam? Für solche und ähnliche spezifische Forschungsfragen hat die Morphologische Marktpsychologie den psychologischen Subtext bereits vielfach dechiffriert und davon ausgehend bei der Entwicklung von erfolgreichen Marketingansätzen unterstützt.

Morphologische quantitative Forschung – Tiefenpsychologie in Zahlen

Psychologische Forschung, die die unbewussten Treiber entschlüsselt, ist längst nicht mehr nur auf qualitative Methoden beschränkt. concept m integriert Tiefeninterviews und Fokusgruppen mit quantitativer Forschung und Implicit Measurement und überführt somit die tiefenpsychologischen Befunde in konkrete Zahlen.

Qual und Quant aus einer Hand: In der gängigen Vorstellung wird tiefenpsychologische Marktforschung damit verbunden, dass sie ausschließlich auf qualitativen Methoden, Tiefeninterviews und besonderen Formen von Gruppendiskussionen beruhe. Der Verbraucher würde hier gewissermaßen auf die Psychoanalyse-Couch gelegt.

Dementsprechend hat sich in der Forschungspraxis oft ein problematischer Doppelbetrieb eingestellt: Die qualitativ-psychologischen Marktforscher werden gerufen, wenn „Tiefenbohrungen“ in die Verbraucherseele erforderlich sind. Ansonsten fährt man mit standardisierter quantitativer Forschung fort. Beide Ansätze werden oft nur locker miteinander verknüpft. Problematische Folge: Die Potenziale einer tiefergehenden Integration werden nur unzureichend ausgeschöpft.

concept m bietet dagegen auf Basis der Morphologischen Marktpsychologie tiefenpsychologisch fundierte qualitative und quantitative Forschung aus einer Hand an. Konkret bietet dies folgende Vorteile:

  • Integriertes Arbeiten des Forschungsteams:Unsere qualitativen, morphologischen Forschungs-Consultants sind auch in quantitativen Methoden geschult, während unsere quantitativen Forscher über ein solides Praxiswissen in tiefenpsychologischer Methodik verfügen. In der interdisziplinären Zusammenarbeit ist so eine Integration der Projekte von Anfang an gewährleistet. Der Input der qualitativen Forschung fließt von vorn herein in die Konzeption der quantitativen Studie mit ein. Der Know-How-Transfer von Qual zu Quant bleibt in einer Hand.
  • Psychologisch durchdachte quantitative Forschungsdesigns: Die psychologischen Befunde und die marktpsychologischen Konzepte, die aus der qualitativen Forschung resultieren, liefern wertvolle Impulse für das quantitative Studiendesign. Das zeigt sich z.B. bei komplexen Segmentierungsstudien: Auf Basis einer morphologischen Studie werden hierbei ganz neue Themenverknüpfungen ermöglicht, die in einer Standard-Segmentierungsstudie womöglich unberücksichtigt blieben.
  • Höhere Item-Güte und besseres Stimulus-Material:Jede quantitative Forschung kann nur so gut sein wie der Input an Hypothesen, Statements und Stimuli, der in ihr gemessen wird. Schlecht differenzierende oder missverständliche Items verunklären oft die quantitativen Ergebnisse. An der Fragebogenentwicklung bei concept m sind hingegen immer auch die Interviewer und Moderatoren beteiligt, die die qualitative Forschung durchgeführt haben. Sie wissen ganz genau, wie man mit den Fragebogenstatements die richtige Färbung der Konsumentensprache trifft, oder welche verbalen oder visuellen Stimuli aus Konsumentensicht den Kern einer Idee transportieren. Dadurch wird sichergestellt, dass in der quantitativen Befragung die wirklich relevanten Kategorien valide gemessen werden.
  • Ambivalenzen der Verbraucher in Zahlen erfassen:Wenn es darum geht, die Widersprüche und Ambivalenzen der Verbraucher in der quantitativen Forschung auszuloten, ist die qualitativ-psychologische Forschungsbasis ebenfalls entscheidend. Wir konstruieren unsere Fragebögen vielfach so, dass wir an verschiedenen Stellen widersprüchliche Statements platzieren. Die Morphologie geht davon aus, dass unser Alltag zutiefst widersprüchlich ist und dass durchaus spannungsvoll zueinanderstehende Motive unseren Umgang mit Produkten, Services usw. bestimmen. Um diese Widersprüche auszuloten, werden sie in unseren Fragebögen in entsprechenden Statements gefasst, die uns erlauben, die verschiedenen “Herzen”, die in der Brust jedes Konsumenten schlagen, direkt zu messen. Im Abgleich des Antwortverhaltens können wir so verstehen, bei welchen Befragten-Gruppen Motiv-Ambivalenzen besonders stark ausgeprägt sind.
  • In-depth Implicit Measurement:Die neuen Verfahren des Implicit Measurements lassen sich in integrierten psychologischen Qual-Quant-Forschungsdesigns besonders ertragreich einsetzen. Durch die ergänzende Reaktionszeitmessung lässt sich z.B. auf Abwehrprozesse der Testpersonen schließen, auf die verlängerte Antwortzeiten hinweisen. Psychologische Mechanismen werden hier direkt messbar, die Tiefenpsychologie wird in Zahlen fassbar.
  • Innovationsmotor integrierte psychologische Qual-Quant-Forschung:Die Erhärtung der Forschung in Zahlen erhöht bekanntlich die Akzeptanz der Befunde bei den Entscheidern in erheblichem Maße. Die wegweisenden Impulse einer qualitativen psychologischen Forschung können bisweilen mangels Untermauerung durch Zahlen im Entscheidungsprozess versanden. Dagegen gewinnt die qualitative Forschung eine ganz neue Überzeugungskraft, wenn sie von vornherein integriert mit quantitativer Forschung konzipiert und durchgeführt wird. Insofern kann die integrierte psychologische Qual-Quant-Forschung zum Innovationsmotor für die Unternehmen werden.

Global Cultural Studies – morphologische Analysen für das internationale Marketing

Die Morphologische Marktpsychologie hat sich nicht nur in Deutschland, sondern seit vielen Jahren auch international erfolgreich etabliert. Zahlreiche global ausgerichtete Unternehmen aus Europa, USA und Asien, darunter sowohl Konzerne als auch Mittelständler, haben die Insight-Analysen der Morphologie als zentralen Baustein in ihre Marketing-Prozesse eingebaut. Im Feld der morphologischen Institute hat sich concept m als Global Boutique Agency am stärksten internationalisiert. Wir forschen inzwischen global in über 40 Ländern und haben Niederlassungen mit lokalen Researchern in London, Los Angeles, Beijing und Shanghai, die lokale Kunden eigenständig betreuen.
Der Erfolg der Morphologischen Marktpsychologie liegt in ihrer Kapazität begründet, bei internationaler Forschung den psychologischen Kontext der lokalen Konsumkultur umfassend zu durchdringen. Die Produktmotive und -anforderungen sind von spezifischen Leitbildern, Rollenbildern, Wertemustern, Haltungen und Bildsprachen mitgeprägt, die den nationalen bzw. regionalen Kulturerfahrungen entspringen. Ob es beispielsweise um Serviceerwartungen gegenüber Dienstleistern geht, die Rolle des Essens und der Kücheneinrichtung, die Nutzung der Social Media oder die Aufladung der Mobilität mit bestimmten Freiheitswerten – in jedem dieser Themenkreise zeigen sich fundamentale psychologische Unterschiede zwischen Nord- und Südeuropa, und erst recht zwischen Ostasien, Europa und den USA. In unseren internationalen Projekten unterstützen wir unsere Auftraggeber mit zielführenden Insight-Analysen, die den Blick auf ansonsten unterschätzte kulturelle Unterschiede lenken. Darauf aufbauend liefern die internationalen morphologischen Studien konkrete Ansatzpunkte für eine optimale Adaption von Marketingstrategien oder Kommunikationsmittel auf die Erfordernisse lokaler Märkte.

 

Marketing in der Post-Corona-Ära – Jetzt die richtigen Weichen für den tiefgreifenden Wandel stellen

In unseren globalen, auf Forschung in Asien, Europa und den USA basierten morphologischen Analysen zu den Auswirkungen der Pandemie auf die Konsumkultur und das Marketing – aktuell in unserem neuen Buch „Global Viral Change“ veröffentlicht – konnten wir feststellen: Corona ist für die Konsumenten weltweit ein Wendepunkt, der eine neue Ära einläutet. Der Change zeigt sich dabei in ganz verschiedenen Feldern: Auf Basis der Erfahrungen der Konsumeinschränkungen während der verschiedenen Lock-Downs hat sich für viele der Stellenwert des Konsums generell relativiert. Unterschiedliche Branchen sind dabei in einem unterschiedlichen Maße betroffen: Branchen wie die Reise- oder die Modeindustrie stehen vor einem umfassenden Paradigmenwechsel. Branchen wie Food oder Einrichten profitieren von den verstärkten Sehnsüchten der Menschen nach mehr Halt und mehr Häuslichkeit. Über allem steht dabei ein umfassender Wertewandel von der bisherigen Maximierungskultur zu einer neuen Besinnungskultur.

Für Unternehmen sind die Auswirkungen der Pandemie sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance. Diejenigen, die jetzt Empathie für die neuen Konsumentenanforderungen zeigen und sich an die Spitze des Wandels in ihrer Branche stellen, können schon mittelfristig ihre Wettbewerbsposition verbessern. Wie bei vorangegangenen Phasen der Verunsicherung (2009-11, Bankenkrise) kann die Morphologische Marktpsychologie auch in der Post-Corona-Ära eine wertvolle Ressource für Unternehmen sein, um das Ausmaß des Wandels zu bestimmen und konkrete Handlungsstrategien zu entwickeln.

Für mehr Informationen kontaktieren Sie bitte:

Thomas Ebenfeld
Managing Partner

Rochus Winkler
Managing Partner

Dirk Ziems
Managing Partner