Die ‚Versnackung’ des Alltags schreitet ständig voran. Vom Cerealien-Riegel zum Frühstück bis zum Dipping als Ersatz fürs abendliche Kochen – für jedes Food-Unternehmen, das an zugkräftigen Innovationen interessiert ist, ist eine eingehende Kenntnis der aktuellen Snacking-Trends unabdingbar. concept m hat im Rahmen vieler Snacking-Studien einen umfassenden Einblick in die Psychologie der Snacking-Produkte gewonnen.

Ent-Ritualisierung des Ernährungsalltags
Viele können es bei sich selbst beobachten: In den Zeiten des Multi-Tasking-Alltags und der ständigen Versuchung zu digitaler Zerstreuung fällt es schwer, geordnete Tageslaufstrukturen aufrecht zu erhalten. Das betrifft auch den Ernährungsalltag, der zunehmend fragmentiert. Statt die klassische Mahlzeitenfolge von Frühstück, Mittagessen und Abendbrot einzuhalten, essen immer mehr Verbraucher kleine Häppchen zwischendurch oder als Begleitung zu anderen Tätigkeiten. Gleichzeitig ersetzt Fingerfood an vielen Stellen die klassische Vollmahlzeit.

Snacks als Stimmungszufuhr
Zentraler psychologischer Effekt dabei: Die Funktion der Ernährung verschiebt sich beim Snacking weg von der Sättigung wie bei der früheren Hauptmahlzeit hin zum situativen Stimmungsimpuls der Tröstung, Belohnung, Versüßung oder Erdung. Je nach der eigenen gefühlten Situation kann man mit dem Snacking-Produkt eine Stimmungsfärbung zuführen: Die Langeweile in der Büropause wird durch die lustige, bunte Ecke des Müller-Milch-Joghurts vertrieben. Die Einsamkeit und Leere des Single-Daseins wird durch die stilvolle Tröstung mit der Magnum-Genuss-Sünde überdeckt.

Ewige Versuchung und bewusste Ernährungsvorsätze
In der Folge entwickelt sich das Snacking zu einem Tummelplatz der Ernährungskonflikte. Der moderne Konsument setzt sich selber unter den Druck, sich möglichst gesund und ausgeglichen zu ernähren, um die geforderte Leistungsfähigkeit zu erhalten. Snacking-Genuss-Sünden wirken wie ein kleiner Urlaub von diesem Druck – zugleich sind die kleinen Ausrutscher jedoch dann auch wieder ein Anlass, noch kritischer mit sich zu sein. Weil die Konsumenten im Konflikt von Genießen-Wollen und Funktionieren-Müssen gefangen sind, haben Snacking-Produkte, die vorgeben, diese Spannung auszusöhnen, immer wieder Konjunktur: Beispielsweise „Natural Chips“, die besonders naturbelassen sind, oder „Kinder“ Schokoladenprodukte, die die Lebendigkeit der glücklichen Kindheit aufleben lassen.

Ständiger Bedarf an Innovationen
Der Snacking-Markt kann auch deshalb gar nicht still stehen, weil die Verbraucher nach immer neuen Produkten suchen, um damit ihre grundlegenden Snacking-Ernährungskonflikte temporär auszusöhnen. Unsere Studien zeigen, dass nach einiger Zeit der Produktverwendung immer wieder die Gefahr zum Absprung groß ist – das nächste Snacking-Produkt konstelliert die Ernährungskonflikte auf neue Art.

Geordnete Innovationsprozesse verringern das Flop-Risiko
Die geordnete Aussteuerung von Snack-Produkt-Innovationen ist eine notwendige Voraussetzung für den Markterfolg. Um bei den Konsumenten Anklang zu finden, gilt es, die richtigen Trends aufzugreifen und diese in die richtigen Produktbotschaften zu übersetzen. concept m unterstützt die Innovationsprozesse der Unternehmen von der Ideenfindung bis zur Marktreife. Mit unserer Forschung und Beratung helfen wir dabei, die geeigneten Weichenstellungen für die Innovation vorzubereiten und die potenzialstärksten Konzepte zu identifizieren und zu schärfen.

Mehr Informationen zu dem Thema erhalten Sie gerne bei:
thomas.ebenfeld@conceptm.eu, dirk.ziems@conceptm.eu und rochus.winkler@conceptm.eu 

 

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